Symbol Licht: Grundschule: Bildungsserver Rheinland-Pfalz (2022)

Thema: Symbol Licht


Klassenstufe: 2
Eva Grünanger, GHS Budenheim

1. Das sind wir:
Die katholische Religionsgruppe des zweiten Schuljahres an der Grund- und Hauptschule in Budenheim setzt sich aus Kindern der Klasse 2a und der Klasse 2c zusammen. Insgesamt besuchen elf Schüler/-innen (acht Jungen und drei Mädchen) aus der Klasse 2c, meiner eigenen Klasse den RU. Aus der Parallelklasse kommen zusätzlich sieben Kinder (drei Jungen und vier Mädchen). Da diese Gruppe schon seit Beginn des ersten Schuljahres besteht, kennen sich die SchülerInnen sehr gut und gehen während des Unterrichts aufeinander ein, nehmen sich gegenseitig bei einer Meldekette an die Reihe. Man würde nicht merken, dass die Gruppe aus Kindern zwei verschiedener Klassen besteht.
Zu Beginn jeder Religionsstunde führen wir gemeinsam ein Stilleritual durch, bei dem jedes Kind „ankommen“ kann. So entsteht eine sehr angenehme Atmosphäre für den Religionsunterricht.

(Video) Bewerbung für den Vorbereitungsdienst | Schule im Gespräch #56


2. Das war geplant bzw. das war uns besonders wichtig:

Geplant war eine Unterrichtseinheit zum Symbol Licht. Diese fügt sich sehr gut in das Kirchenjahr ein, da demnächst die Weihnachtszeit beginnt. Die Lichtsymbolik begegnet uns wie alle Symbole in sehr vielschichtiger Weise. Licht ist die Quelle des Lebens, und bedeutet für die Menschen Leben, Orientierung und Wärme. Der Gegensatz von Licht ist die Dunkelheit. Die Dunkelheit bedeutet Bedrohung, Orientierungslosigkeit, Gefahr.
Dem Symbol Licht begegnet man bei vielen Völkern, in allen Kulturen und in anderen Religionen. Auch im Christentum ist die Lichtsymbolik von grundlegender Bedeutung: die Herrlichkeit Gottes wird mit einem unbeschreiblichen Lichterglanz verglichen; Jesus selbst sagt: „Ich bin das Licht der Welt“, das Licht, das Leben schenkt. Deshalb fordert Jesus auch von denen, die ihm folgen, selbst das Licht in der Welt zu sein. (vgl. Bihler S. 12)
Dass wir Menschen Licht für andere sein können und damit in der direkten Nachfolge Jesu stehen, sollen die SchülerInnen im Zuge dieser Unterrichtseinheit zum Symbol Licht erfahren.


Hier ein kurzer Abriss der Unterrichtseinheit:

Sequenzen:Unterrichtsinhalte:Medien:
1. SequenzWir nehmen die Dunkelheit wahr

schwarzes Tonpapier, weiße Kreide,

Kerze
2. SequenzWir nehmen Licht in der Dunkelheit wahrKerzen, schwarzes Tonpapier der vorigen Stunde, gelbe Flammen aus Tonpapier für „Lichtwörter“
3. SequenzMenschen leben in der Dunkelheit – Menschen leben im Licht

Buch: „Der Sternenbaum“ von Giesela Cölle

Collagen zu beiden Themen gestalten
4. SequenzMenschen können wie Licht sein: Geschichte des Hl. NikolausLegende vom Hl. Nikolaus; Fensterbilder gestalten
5. SequenzWir können wie Licht sein
6. SequenzFür Nikolaus war Jesus ein Vorbild (Licht- Geschichte von Jesus: Bartimäus)


3. Das haben wir gemacht:
Zunächst möchte ich auf die Kompetenzen eingehen, die mit Hilfe der Unterrichtseinheit bei den Schülerinnen und Schülern angebahnt werden sollen.
Anschlussfähiges Wissen:
Hermeneutische Kompetenz (wahrnehmen – entdecken – deuten)
-elementare Symbole (hier: Licht) und religiöse Zeichen entdecken und ihre Bedeutungen benennen
-Zeichen, Symbole, Bilder, Rituale... deuten und in Bezug zum eigenen Leben setzen (hier: passende Geschichten zu Dunkelheit und Licht aus dem eigenen Leben erzählen)
-Unterschiedliche Erfahrungen im Zusammenleben mit anderen wahrnehmen und beschreiben (hier: Erfahrungen der Kinder in „dunklen und hellen Zeiten“)
Ausdruckskompetenz (ausdrücken – mitteilen – gestalten)
-menschliche Grunderfahrungen wie Freude, Hoffnung (hier: Licht), Trauer, Schuld (hier: Dunkelheit) sprachlich und bildlich darstellen
-einander zuhören und im Gespräch aufeinander eingehen
Reflexionskompetenz (Fragen stellen – unterscheiden – bewerten)
-unterschiedliche Verhaltensweisen von Menschen erkennen und benennen
-Folgen von Handlungsweisen an konkreten Beispielen bewerten
-Maßstäbe christlichen Handelns kennen und auf konkrete Situationen beziehen (hier: Wann/ wie bin ich Licht für andere?)
Partizipationskompetenz (Anteil nehmen – sich einlassen – Verantwortung übernehmen)
-die Perspektive eines anderen übernehmen und Einfühlungsvermögen zeigen

Anwendungsfähiges Wissen:
Gegenstandsbereich „Mensch und Welt“
-Grundregeln eines gelingenden Miteinanders bedenken und auf konkrete Situationen beziehen (Ich kann für andere Licht sein, das Leben von Mitmenschen erhellen)
-Anteil an Freude und Leid anderer nehmen (merken, wenn es um andere Menschen dunkel ist und handeln, Licht sein)
-Biblische Hoffnungsworte und Hoffnungsbilder deuten und sie mit eigenen Erfahrungen in Verbindung bringen (Jesus sagt: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mit mir geht, wird nicht im Dunkeln sein“ (Joh. 8,12) Jesus fordert von denen, die ihm nachfolgen, selbst Licht in der Welt zu sein.)
Gegenstandsbereich „Biblische Botschaft“
-Die Sprache der Bibel auch als metaphorische, symbolische Sprache verstehen und damit umgehen lernen (Jesus „heilt“ den blinden Bartimäus; er erhellt sein Leben wieder)
Gegenstandsbereich „Jesus Christus“
-Beispiele gelebter Nachfolge Jesu kennen (Nikolaus) sowie Konsequenzen für das eigene Handeln diskutieren und darstellen (Ich bin in der Nachfolge Jesu und kann für andere wie ein Licht sein)

(Video) Sensoren in mobilen Endgeräten

1. Sequenz: Wir nehmen die Dunkelheit wahr:
Der Klassenraum wird so weit wie möglich verdunkelt, die Lichter werden ausgeschaltet, in der Mitte des Stuhlkreises liegt ein schwarzes Tonpapier als stummer Impuls. Eine Stilleübung folgt (siehe Anhang). Danach sollen sich die Schüler zur Stilleübung, zur Dunkelheit, zu ihren Gefühlen und Gedanken äußern. Die Schüler sammeln somit „Dunkelwörter“. Die Dunkelwörter schreiben die Schüler mit weißer Kreide auf das schwarze Tonpapier. L. fragt, ob die Schüler Geschichten zu den Dunkelwörtern erzählen können. S. erzählen Dunkelgeschichten aus ihrer eigenen Erfahrungswelt (einsam sein, der Tod eines nahen Verwandten, Streit mit den Eltern oder Freunden, sich weh tun, sich verlaufen...)L. erzählt auch eine Dunkelgeschichte von einem dicken Mädchen in der 2. Klasse, das immer aufgrund seines Gewichtes gehänselt und geärgert wird. Sie findet keine Freunde und obwohl die Sonne draußen scheint, ist es in ihr ganz dunkel. Sie ist traurig, einsam, alleine (Übernahme der Wörter, die die S. als Dunkelwörter aufgeschrieben haben). DUNKELGESCHICHTEN. Auch die Schüler kennen sicherlich solche „Dunkelgeschichten“ aus dem eigenen Leben. Die S. sollen sich die Geschichten gegenseitig berichten und im Anschluss auf schwarzes oder graues Papier aufschreiben. Am Ende der Stunde werden die Geschichten der Kinder vorgelesen.

2. Sequenz: Wir nehmen Licht in der Dunkelheit wahr:

Der Raum wird wieder abgedunkelt, das schwarze Tonpapier der vorigen Sequenz mit den Dunkelwörtern wird in die Mitte des Sitzkreises gelegt, die Dunkelwörter werden wiederholt. Ich berichte, dass ich etwas mitgebracht habe, das die Dunkelheit etwas erhellen könnte und zeige den Schülern ein kleines verpacktes Geschenk. Die Schüler sollen vermuten, was ich mitgebracht haben könnte. Nach einigen Vermutungen wird das Geschenk ausgepackt und heraus kommt eine Kerze. Diese Kerze wird in die Mitte des schwarzen Tonpapiers gelegt (Der Raum ist noch immer verdunkelt). Stummer Impuls: Was passiert mit den Dunkelwörtern/mit dem schwarzen Tonpapier? Licht kann die Dunkelheit erhellen/ Die Kerze macht die Dunkelwörter hell; alles wirkt freundlicher; die Dunkelwörter sind auf einmal nicht mehr so schlimm; der Schein der Kerze macht fast den ganzen Raum hell.

Nun wird die Kerze entzündet und es werden einige Übungen damit gemacht:

1. Alle Kinder sollen von ihrem Platz aus, ohne sich vorzubeugen, versuchen, die Kerze auszupusten es wird nicht klappen, die Kerze/das Licht ist sehr stark!
2. Die Kerze soll von einem Kind zum nächsten gereicht werden, ohne dass sich die Flamme bewegt. Fragen: Was passiert, wenn man sich zu schnell bewegt? Was sieht man im Gesicht des Kindes, das die Kerze gerade in der Hand hat?
3. Alle Schülerinnen und Schüler schließen die Augen, ich nehme die Kerze und gehe von Kind zu Kind. Sobald das Kind merkt, dass die Kerze vor dem eigenen Gesicht angekommen ist, soll es die Hand heben. Fragen: Was habt ihr gespürt/gefühlt/gesehen? Vermutete Antworten: Es wird warm, hell, man fühlt sich wohl, die Dunkelheit verschwindet und man hat wieder gute Gedanken...
Damit sich die Schülerinnen und Schüler bereits jetzt in die Rolle des „Lichts“ hineinversetzen können, fordere ich die Schülerinnen und Schüler nun auf, sich zu überlegen, wie es wäre, wenn sie das Licht/die Kerze wären. Was könnte die Kerze sagen? Vermutete Antworten auch im Hinblick auf die Dunkelgeschichte aus der 1. Sequenz: Hab keine Angst, ich leuchte für dich! Ich bin für dich da! Ich zeige dir den Weg! Willst du mein Freund sein? Die Schüler sollen die Dinge, die die Kerze sagen könnte, auf bereits ausgeschnittene Flammen schreiben und die Flammen anmalen. Diese sollen um das Tonpapier mit den Dunkelwörtern herum geklebt werden und so die Dunkelheit erhellen. Anschließend treffen wir uns wieder im Sitzkreis und lassen das entstandene Bild auf uns wirken, S. sollen sich dazu äußern. Außerdem sollen noch einige Flammen exemplarisch vorgelesen werden. Der L. verweist auf die „Dunkelgeschichten“ der Kinder aus der vorangegangenen Sequenz und die Geschichte des Kindes, das sich in seiner Klasse nicht wohl fühlt, da es dick ist und gehänselt wird. Nun sollen die S. überlegen, wie man aus der Dunkelgeschichte eine „Hellgeschichte“ machen kann. „Was könnt ihr tun, damit das Mädchen glücklicher wird, damit wieder Licht in seine Dunkelheit kommt?“ Die Schüler sammeln Ideen. Diese werden aufgeschrieben, auf helles Papier geklebt neben die Dunkelgeschichten der vorangegangenen Stunde gelegt.

3. Sequenz: Menschen leben in Dunkelheit – Menschen leben im Licht
In dieser Sequenz möchte ich mit dem Bilderbuch „Der Sternenbaum“ von Gisela Cölle arbeiten. Hier wird noch einmal der Gegensatz von Licht und Dunkelheit in Bezug auf die Menschen deutlich. Dieses Buch erzählt von einem Mann, der selbst als Kind in der Weihnachtszeit immer helle goldene Papiersterne gebastelt hat, damit das Christkind den Weg zu ihm fand. Die Umgebung war früher sehr hell. Mit der Zeit aber haben die Menschen keine Freude mehr daran gehabt, die Stadt zu erhellen. So kennen die Menschen nicht einmal die nächsten Nachbarn, gehen morgens eilig aus dem Haus und kehrten alleine und einsam abends zurück. Die Stadt ist dunkel und ihre Bewohner leben in Dunkelheit, äußerer und innerer Dunkelheit. Der alte Mann aber erinnert sich an seine helle Kindheit, bastelt leuchtende Sterne und trägt sie vor die Stadttore hinaus in der Hoffnung, einen Weg zu weisen. Tatsächlich werden die Menschen in der dunklen Stadt auf den alten Mann aufmerksam und folgen ihm hinaus vor die Stadt dahin, wo das Licht leuchtet. Die Menschen werden erhellt durch das Licht, das der Mann mitgebracht hat. Er verschenkt die Sterne an alle Kinder und diese tragen sie in die Stadt, die nun von innen her erleuchtet wird. Die Menschen werden zusammengeführt und ihr Leben wird erhellt.
Das Bilderbuch werde ich in Passagen vorlesen, an verschiedenen Stellen nach Gedanken, Gefühlen und Einfällen der Kinder fragen: Was ist das für eine seltsame Stadt? Wer wohnt da? Was machen die Menschen dort? Wie geht es den Menschen? Was fühlen die Menschen?... Warum bastelt der Mann die Sterne? Warum geht er aus der Stadt heraus, obwohl ein tosender Sturm weht?... Was haben die leuchtenden Sterne bei den Stadtbewohnern bewirkt? Wie erscheint die Stadt jetzt? Wie hat sich die Stadt verändert? Wie haben sich die Menschen verändert?
Um den Gegensatz noch besser herauszuarbeiten, sollen die Schüler nun vier Collagen in Gruppenarbeit erstellen. Zwei Gruppen sollen die Stadt vor der „Erleuchtung“ gestalten, zwei weitere Gruppen danach. So können pro Gruppe etwa fünf Kinder an einer Collage arbeiten. Nach der Gruppenarbeit soll nochmals der Unterschied zwischen Dunkelheit und Licht, zwischen Trauer, Einsamkeit Orientierungslosigkeit und Leben, Orientierung und Wärme herausgestellt werden sowie die Tatsache, dass Menschen das Leben anderer Menschen erhellen können.

4. Sequenz: Menschen können wie Licht sein: die Geschichte des Heiligen Nikolaus

In dieser Sequenz möchte ich insbesondere auf das Leben des Heiligen Nikolaus eingehen. Es gibt viele Legenden über diesen Heiligen, ich werde mir eine Begebenheit heraussuchen, an der man exemplarisch erkennen kann, wie Nikolaus Licht für andere Menschen war und ihnen so das Leben erhellt hat. Ich werde eine Nikolausfigur auf großes Papier kopieren und die Schülerinnen undSchüler damit konfrontieren, um so an ihren Vorerfahrungen anzuknüpfen. Dann erzähle ich ihnen eine Nikolausgeschichte, die die Schülerinnen und Schüler mit ihren eigenen Worten noch einmal wiedergeben. Anschließend zeige ich ihnen ein Blatt Papier mit folgendem Satzanfang: Nikolaus war für ___________ wie ein Licht, weil... Durch diesen Impuls sollen die Schülerinnen und Schüler angeregt werden, das in den vorangegangenen Stunden erschlossene Symbol Licht mit dem Handeln des Nikolaus in Verbindung zu bringen.Danach sollen sie in Einzelarbeit Sätze anfertigen, die beschreiben, wie Nikolaus Licht für die Menschen war. So reflektieren sie noch einmal das Tun dieses Heiligen. Später werden die geschriebenen Sätze um die Nikolausfigur herumgelegt.
Zum Abschluss der Sequenz möchte ich den Schülerinnen und Schülern noch die Geschichte „Heilige sind Menschen, durch die das Licht der Sonne scheint“ vorlesen, um den Schülerinnen und Schülern noch einmal zu verdeutlichen, das Menschen für andere Menschen wie Licht sein können. Wenn zum Schluss dieser Sequenz noch Zeit bleibt, würde ich gerne die Schüler noch Fensterbilder vom Heiligen Nikolaus mit Buntstiften anmalen lassen und später mit Öl einstreichen. Hängt man diese ans Fenster, dann sieht dies so aus wie ein Fensterbild in der Kirche und man kann hieran sehen, dass Heilige Menschen sind, durch die das Licht der Sonne scheint.

5. Sequenz: Wir können wie Licht sein

In dieser Sequenz sollen die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass auch sie selbst wie Licht für andere sein können. Im Sitzkreis werden wir gemeinsam einige Geschichten erzählen, in denen es dunkel um andere war und wir wie Licht für diese Menschen waren, weil wir helfen, trösten, da sein konnten. Im weiteren Verlauf möchte ich jedem Kind eine kleine Geschichte aufschreiben, in der es um ein Kind oder einen Erwachsenen dunkel ist. Die Frage, die unter jeder dieser Geschichten steht, lautet: Wie kann ich Licht sein? Die Schülerinnen undSchüler sollen die Geschichte fortsetzen und dabei eine konkrete Handlung beschreiben, die zeigt, wie sie in dieser Situation reagieren könnten. Nach dieser Arbeitsphase möchte ich einige dieser „Lichtgeschichten“ vorlesen lassen. Gemeinsam soll überlegt werden, was man in dieser Situation alternativ tun könnte, um wie Licht zu sein.

(Video) Lasst viele tausend Moodles blühen. Ein Überblick über die Verbreitung von Moodle - Ralf Hilgenstock

6. Sequenz: Für Nikolaus war Jesus ein Vorbild; Die Bartimäus-Geschichte: Jesus war Licht für die Menschen
Die Schülerinnen und Schüler sollen in dieser Sequenz verstehen, dass das Handeln Jesu seit jeher Vorbild für alle Christen (sowohl für Nikolaus als auch für uns heute) war und ist, die ihm nachgefolgt sind. So wie Jesus Licht für Bartimäus war, der blind am Stadtrand saß und Jesus gerufen hat, sollen wir Licht für die Mitmenschen sein, die orientierungslos, alleine, hilflos sind.
Zu Beginn wird den Schülerinnen und Schülern von der Dunkelheit des Bartimäus erzählt. Krankheit galt zur damaligen Zeit als Strafe Gottes und bedeutete ein Ausgeschlossensein aus der Gesellschaft. Jesus wandte sich aber gerade jenen ausgegrenzten Menschen zu, indem er mit ihnen sprach, sie anschaute, berührte und mit ihnen gemeinsam aß. Durch dieses Handeln wurde er Licht für diese Menschen, er erhellte ihre Dunkelheit. Anschließend wird das Bild „Die Heilung des Blinden“ von Relindis Agethen (Religionsbuch für das 1. Schuljahr, Halbfas) gezeigt. Die Schülerinnen undSchüler sollen sich hierzu zunächst einmal frei äußern. Je länger sie das Bild betrachten (diese Phase kann ruhig länger dauern), desto mehr Einzelheiten werden sie erkennen. Womöglich können die Schülerinnen und Schüler die Einzelheiten nicht sofort verstehen und einordnen, nach und nach können Fragen aber geklärt werden. Der Text aus dem Schülerbuch S. 55 sollte von der Lehrkraft auch vorgetragen werden. Wichtig für die Schülerinnen undSchüler ist hierbei die Erkenntnis, dass Jesus selber das Licht ist und dadurch andere „sehend“ werden. „Sehend“ bedeutet aber nicht zwingend, dass das Augenlicht wieder gefunden wurde, sondern vielmehr, dass die dunkle Vergangenheit, alles, was jemanden bedrückt hat, nun hinter ihm liegt.
Am Ende der Sequenz sollte für die Schülerinnen undSchüler deutlich geworden sein: Jesus hat mit seinem Handeln Menschen das Leben erhellt. Nikolaus hat sich ein Beispiel an ihm genommen. Auch wir Christen haben die Aufgabe und den Auftrag, wie Jesus durch unser Handeln anderen das Leben zu erhellen, wenn ihres dunkel geworden ist.


4. Das haben wir erreicht:

Bezüglich des anschlussfähigen Wissens haben die Schülerinnen und Schüler der Lerngruppe durch diese Unterrichtseinheit große Fortschritte gemacht. Sie haben das Symbol Licht mit seiner Ambivalenz in Bezug zum eigenen Leben setzen können (Hermeneutische Kompetenz). Sie konnten „Dunkelgeschichten“ aber auch Lichtgeschichten aus dem eigenen Leben erzählen und ihre jeweiligen Erfahrungen in diesen Situationen mitteilen (Ausdruckskompetenz). Auch konnten sie sich in die Lage anderer in solchen Situationen hineinversetzen. Sie nahmen also wahr, deuteten eigene und fremde Situationen und konnten diese auch ausdrücken, ob durch Bilder, durch Bewegungen oder Worte (Reflexionskompetenz). Auf diese Weise haben sie auch Anteil an den Erlebnissen anderer genommen (Partizipationskompetenz) und konnten so ihr Einfühlungsvermögen schulen.
Beim anwendungsfähigen Wissen stand der Bereich „Mensch und Welt“ besonders im Vordergrund. Gerade die Thematik des „Licht – seins“ für andere, die sich durch die ganze Unterrichtseinheit zieht, ist eine elementare Grundregel, damit das Miteinander gelingen kann. Durch das Bewusstwerden konkreter „Dunkelsituationen“ anderer Menschen, die die Kinder mit ihrem Handeln ihrerseits erhellen sollten, sollte angeregt werden, dass die Schülerinnen und Schüler auch im täglichen Leben für das Leid und auch die Freude von Mitmenschen sensibilisiert werden. Aus den Schülerantworten ist zu entnehmen, dass dies gelungen ist, da sie stets konkrete Handlungsideen aufschreiben.
Dass wir Christen in der Nachfolge Jesu stehen und so handeln sollen, wie er es uns vorgelebt hat (Gegenstandsbereich „Jesus Christus“) wurde den Kindern durch den durchgängigen roten Faden „Licht sein für andere“ klar. Sie haben das eigene Handeln, das von Nikolaus von Myra und schließlich auch das von Jesus unter diesem Blickwinkel betrachtet.


5. Literatur:

-Bihler, Elsbeth: Symbole des Lebens – Symbole des Glaubens I; Werkbuch für Religion und Katechese. Limburg, 2002
-Cölle, Giesela: Der Sternenbaum. Gossau Zürich, 1997
-Halbfas, Hubertus: Religionsbuch für das 1. Schuljahr. Düsseldorf, 1983
-Halbfas, Hubertus: Religionsunterricht in der Grundschule; Lehrerhandbuch 1. Düsseldorf, 1991
-Freudenberg, Hans: Religionsunterricht praktisch; Unterrichtsentwürfe und Arbeitshilfen für die Grundschule; 1. Schuljahr. Göttingen, 1998
-Schönwälder, Burkhard: Wir sagen euch an... Hausbuch zur advents- und Weihnachtszeit. München, 2003
-Wolf, Norbert: Tagungsunterlagen für das Studienseminar GHS Mainz: Advent; Symbole der Adventszeit.


6. Anhang:

(Video) Inklusion - Wunsch und Wirklichkeit - Teil 1

a. Stilleübung: Erfahrung von Dunkel (angelehnt an Bihler S. 45/46)

Das Tonpapier in unserer Mitte ist schwarz.
Es ist dunkel.
Heute wollen wir nachspüren, was Dunkelheit ist.
Du schließt die Augen.
Noch immer scheint etwas Helligkeit durch deine Augenlider.
Du kannst deine Hände vor deine Augen nehmen.
Jetzt ist schwarze Nacht um dich.
Finsternis.
Du lauschst in die Finsternis hinein.
Was hörst du?
- L. hält einige Augenblicke inne-
Was spürst du in dir?
- L. hält einige Augenblicke inne-
Jetzt kannst du deine Augen wieder öffnen.

b. Geschichte „Heilige sind Menschen, durch die das Licht der Sonne scheint“
Günter ging mit seiner Mutter einkaufen. Auf dem Weg zum Markt kamen sie an einer großen Kirche vorbei. Günter schaute an der Kirche hoch und sagte: „Mutti, guck mal, die Fenster sind ja ganz schön schmutzig, die sehen aber gar nicht schön aus.“
Die Mutter sagte nichts, sondern nahm Günter an die Hand und hing mit ihm in die Kirche hinein. Hier waren die Fenster, die von außen ganz grau und schmutzig aussahen, plötzlich strahlend bunt und leuchteten in den hellsten Farben. Da staunte Günter und er schaute sich die Fenster genau an. Vorne über dem Altar war ein auffallend schönes Fenster zu sehen – mit vielen Heiligenfiguren. Und durch eine Figur strahlte gerade das helle Licht der Sonne hindurch, so dass diese Figur besonders hell war. Günter fragte: „Mutti, wer ist das?“
„Da vorne“, antwortete die Mutter, „das ist ein Heiliger. Der heilige Nikolaus.“ Das hatte sich Günter gut gemerkt.
Ein paar Tage später hatte die Klasse Religionsunterricht. Plötzlich fragte der Lehrer: „Wer von euch kann mit sagen, was ein Heiliger ist?“ Da war großes Schweigen in der Klasse. Nur Günter zeigte auf und sagte: „Ich weiß es! Ein Heiliger ist ein Mensch, durch den das Licht der Sonne scheint.“
(Angelehnt an „Heilige sind Menschen, durch die die Sonne scheint“ von Heinrich Enge; Bihler S. 63l)

c. Konstruierte Situationen, auf die die Schülerinnen und Schüler mit einer Handlung „antworten“ sollen:

(Video) Inklusion - Wunsch und Wirklichkeit - Teil 3

Auf dem Schulhof spielen alle Schüler. Timo, ein Schüler, den du nicht besonders gut kennst, fällt von der Schaukel und tut sich sehr weh. Timo weint. Er kann aber nicht sprechen, weil er solche Schmerzen hat.
Aufgabe:Wie kannst du ein Licht für Timo sein?
Schreibe die Geschichte zu Ende!

Es ist Montag. Marie kommt zum ersten Mal in ihre neue Klasse. Sie ist mit ihren Eltern in den Ort gezogen. Marie ist sehr schüchtern. Die neue Lehrerin begrüßt sie zwar sehr nett in der neuen Klasse, in der Pause steht Marie aber alleine auf dem Schulhof. Sie fühlt sich sehr alleine.
Aufgabe: Wie kannst du ein Licht für Marie sein?
Schreibe die Geschichte zu Ende!

An einem Nachmittag im Dezember fährst du mit deiner Tante im Bus in die Stadt. Der Bus ist voll. Deine Tante und du bekommt gerade noch den letzten Sitzplatz. An der nächsten Haltestelle steigt eine sehr alte Frau in den Bus ein, die gerade einkaufen war. Sie trägt schwere Einkaufstaschen. Schon das Einsteigen fällt ihr schwer.
Aufgabe: Wie kannst du ein Licht für die alte Frau sein?
Schreibe die Geschichte zu Ende!

Videos

1. #GMWELEARN18: Panel "Nationale Infrastruktur für digitale Bildungsressourcen"
(LearningLab Essen)
2. Warum freie Bildung alle BürgerInnen etwas angehen sollte! - Wikicon 2016 Keynote von Rene Pickhardt
(#unverschuldet mit Miri und Rene)
3. „Die Sprache stets im Blick – Sprachreflexion als Teil der Handlungskompetenz“ (Prof. Anja Müller)
(BildungsserverKanal)
4. Der Hahn erklärt Strafrecht - Fahrlässigkeit objektive Zurechnung
(Der Hahn erklärt Strafrecht)
5. Inklusion - Wunsch und Wirklichkeit - Teil 4
(#Kitahelden)
6. Inklusion - Wunsch und Wirklichkeit - Teil 2
(#Kitahelden)

Top Articles

Latest Posts

Article information

Author: Rubie Ullrich

Last Updated: 11/25/2022

Views: 6368

Rating: 4.1 / 5 (52 voted)

Reviews: 83% of readers found this page helpful

Author information

Name: Rubie Ullrich

Birthday: 1998-02-02

Address: 743 Stoltenberg Center, Genovevaville, NJ 59925-3119

Phone: +2202978377583

Job: Administration Engineer

Hobby: Surfing, Sailing, Listening to music, Web surfing, Kitesurfing, Geocaching, Backpacking

Introduction: My name is Rubie Ullrich, I am a enthusiastic, perfect, tender, vivacious, talented, famous, delightful person who loves writing and wants to share my knowledge and understanding with you.